Fortbildungsveranstaltung 2012

Ein Rückblick auf die Jahrestagung des BVS Bayern e.V.

Die diesjährige BVS-Fortbildungsveranstaltung im Oktober 2012 fokussierte sich auf zwei Themenbereiche der sprecherzieherischen und rhetorischen Arbeit. Den ersten Themenblock leitete Herr StD Albert Freier mit dem Vortrag zur „Führungsfortbildung im schulischen Kontext“ ein. Anhand der dreigliedrigen Ausbildung von Gymnasiallehrern und –lehrerinnen beleuchtete exemplarisch die Ansatzpunkte sprecherzieherischer Arbeit in der bayerischen Lehrerausbildung. Demzufolge seien die Seminarschulen in Bayern ermächtigt in der zweiten Phase der Lehrerausbildung (Referendariat) Kurse in einem Umfang von bis zu 10 Doppelstunden im Bereich „Sprecherziehung“ durchzuführen. In der dritten Phase der Lehrerbildung – der Lehrerfortbildung – seien ebenfalls sprecherzieherische Themenbereiche wie Lehrergesundheit, Gesprächsführung und Rederhetorik von Interesse. Die dritte Phase umfasst sowohl staatliche Lehrerfortbildungsangebote (Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen, Schulämter…), Fortbildungsangebote der Lehrerberufsverbände und Fachverbände (BLLV, brlV, bpv) als auch sonstige Angebote (z.B. Universitätszentren). Frau Kirschnick (Vorstandsmitglied BVS-Bayern, Lehrerin und Sprecherzieherin) unterstrich mit Ihrem Vortrag über aktuelle sprecherzieherische Angebote in der Lehrerbildung den Nutzen und die Nachfrage derartiger Angebote. Der erste Fortbildungsblock wurde durch einen Vortrag von Herrn Gegner (1. Vorsitzender BVS-Bayern, Universität Regensburg) über sprecherische und rhetorische Kompetenzen von Lehramtsstudierenden in der 1. Ausbildungsphase abgeschlossen. Ein Vergleich mit anderen Bundesländern und die Ergebnisse der empirischen Studie zeigten, dass auch in Bayern eine sprecherzieherische Ausbildung von Lehrern und Lehrerinnen in der ersten Ausbildungsphase nicht nur wünschenswert, sondern dringlich erforderlich wäre.

Der zweite Themenschwerpunkt widmete sich der Rolle von Rhetorik und Sprecherziehung im Wirtschaftskontext. Herr Prof. Dr. Christian Krauss (Hochschule Würzburg-Schweinfurt) eröffnete die Einheit mit einer Einführung in den Business Small Talk „Deutsch-BWL / BWL- Deutsch“, um die Basis für seinen Vortrag mit anschließendem Workshop zur „Ausgestaltung der Stakeholder-Kommunikation im CSR-Management“ zu legen. Unter Stakeholder sind Personen oder Institutionen zu verstehen, die einen Anspruch an ein Unternehmen haben. Ein Dialog zwischen Vertretern des Unternehmens und Stakeholdern wird geführt, um die Interessenskonstellationen der Stakeholder und deren subjektive Wahrnehmung des Unternehmens zu ermitteln. Aufbauend auf das Konzept der „triple bottom line“ (Konzept der Nachhaltigkeit), welches auf den drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales fußt, stellte Herr Prof. Dr. Krauss die kommunikativen Anforderungen an Unternehmen im Umgang mit den Dialogpartnern dar. Als Gefahrenpunkte in der Kommunikation wurden besonders ein Auseinanderfallen der Erwartungen (Quasi-Öffnung, Kontrollierte Öffnung und De-facto-Öffnung) und ein unterschiedliches Dialogverständnis genannt. Im Rahmen des Workshops wurden Kommunikationsformen eines Unternehmens in Bezug auf die eben genannten Öffnungsformen in Einzelgruppen erarbeitet und die Gruppenergebnisse anhand einer Posterpräsentation analog zur Methode „Markt der Möglichkeiten“ allen Teilnehmern zugänglich gemacht.
Als Ergebnisse der Fortbildungsveranstaltung wurden sowohl eine vertiefte Kooperation mit Fortbildungseinrichtungen im schulischen Kontext als auch im Bereich der freien Wirtschaft, insbesondere im CSR-Management, für das Jahr 2013 anvisiert.


 

 

 

Christian Gegner
1. Vorsitzender